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Mut zur Kontroverse: Kirche als das Sprachrohr Gottes

Wir leben in einer Kultur der Absage, der sogenannten »Cancel Culture«. Personen oder Organisationen, die der gesellschaftlich und politisch geläufigen Meinung widersprechen bzw. sich ihr gegenüber unorthodox verhalten, werden immer häufiger öffentlich boykottiert und "gecancelt". Da der christliche Glaube zahlreiche kontroverse Positionen vertritt, besteht auch für Kirchen die Gefahr, sich entweder dem Zeitgeist anzupassen oder abgeschrieben zu werden. Wie gehen wir mit dieser Situation um?


Eine dunkelgrüne Schreibmaschine, mit einem Blatt auf dem »Cancel Culture« geschrieben steht.

Das 21. Jahrhundert ist eine Welt der Vielfalt und Meinungsverschiedenheit. Sichtbar wird das besonders beim Thema »Diversität«, das inzwischen so gut wie alle größeren Bereiche des gesellschaftlichen Lebens einnimmt, von den Unternehmen über Social Media bis hin zur Politik. Meiner Ansicht nach ist diese Entwicklung erst einmal positiv zu betrachten. Immerhin sind Gleichberechtigung für und Integration von Personen unterschiedlicher Herkunft, Status, Religion oder Sexualität sicherlich auch im christlichen Interesse. Jeder Mensch ist wertvoll und hat das Anrecht darauf, ein aktiver und geschätzter Bestandteil der Gemeinschaft zu sein.


Bereits bei Gott stellen wir eine große Vorliebe zur Vielfalt fest. Das verdeutlicht etwa die unfassbar überwältigende Pflanzen- und Artenvielfalt der Schöpfung. Gott hätte sich beispielsweise mit einer oder auch hundert Schmetterlingsarten zufrieden geben können. Doch weltweit wurden bereits über 180.000 (!) Arten an Schmetterlingen, mit unterschiedlicher Größe, Farbe und Verhaltensweisen, entdeckt¹. Genauso wollte unser Schöpfer keine eintönige Menschheit. Unsere Gene, unsere Vorlieben und unsere kulturellen wie individuellen Eigenheiten demonstrieren: jede einzelne Person ist ein wahres Unikat. Selbst eineiige Zwillinge besitzen nicht dieselben Fingerabdrücke, obwohl sie die gleichen genetischen Informationen teilen. Tatsächlich gibt es mittlerweile über 8 Milliarden Individuen, von denen keiner dem anderen gleicht. Wir sehen: Gott liebt Diversität!


Wenn wir nun aber über Diversität im aktuellen gesellschaftlich-politischen Sinn sprechen, beinhaltet diese Thematik in meinen Augen eine offensichtlich ideologische Dimension. Anhand zahlreicher Medien, gezieltem Marketing und politischem wie kulturellem Engagement wird eine neue, maßgebende Philosophie rund um die LGBTQ+-Bewegung vorangetrieben. Die politische Welle, auf die man heutzutage aufzuspringen hat, lautet Toleranz - für alles und jeden. Und dass dieses Thema eine prägende und gar dominierende Kraft mit sich bringt, sehen wir in dem Stellenwert, den die Gesellschaft ihm zuschreibt. Der Pride-Month im Juni, regelmäßige Christopher-Street-Day (CSD) Paraden, unterstützende Firmen und öffentliche Institutionen mit Regenbogen-Flaggen sowie Drag-Vorlesungen, der erste LGBTQ-Kindergarten in Berlin und der vor wenigen Tagen beschlossene Entwurf zum Selbstbestimmungsgesetz² sind an der Tagesordnung.


Ohne polemisch oder verurteilend werden zu wollen, ist diese Bewegung in sich äußerst widersprüchlich. Man fordert die lautstarke Toleranz und Akzeptanz der eigenen Ansichten durch die gesamte Gesellschaft, während andersdenkenden Personen, beispielsweise aufgrund ihrer christlichen Überzeugungen, zutiefst intolerant begegnet wird. Früher wurde unter »Toleranz« noch die Ansicht verstanden, dass ich deine Meinung hören und stehen lassen kann, selbst wenn sie mir nicht gefällt. Doch inzwischen meint der Begriff die ganzheitliche Bejahung meiner Person und Verhaltensweisen. Wer dem widerspricht, muss schweigen oder wird ins Abseits gestellt.


Für uns Christen sind diese gesellschaftlichen Entwicklungen höchst problematisch und stellen eine gewaltige Herausforderung dar. Wir müssen wählen: entweder passen wir uns dem stetig wechselnden Denken des Zeitgeistes an und hören damit auf, die christliche Botschaft und ihre Werte zu repräsentieren (vgl. Galater 1,10). Oder wir stagnieren in religiösen Formen und verlieren damit sowohl unsere Kraft als auch den Anschluss zur jungen Generation. Was mir persönlich aber am Besten gefällt und dem biblischen Zeugnis wohl allein gerecht werden kann: Wir bekennen unseren Gott in einer gottlosen Welt und tragen das Licht des Evangeliums in eine geistlich und moralisch dunkle Gesellschaft hinein (vgl. Matthäus 5,14-16).


Ja, damit werden wir unweigerlich Gefahr laufen, an verschiedenen Stellen anzuecken und vielleicht sogar gecancelt bzw. angefeindet zu werden. Doch wir müssen uns gemeinsam die Frage stellen, von was wir uns bestimmen lassen wollen: vom liberalen Zeitgeist und der Menschenfurcht oder von Christus und seinem Wort.


Nicht von dieser Welt


Zunächst sollten wir bedenken: das Königreich Gottes und damit auch die an Christus Gläubigen waren schon immer anders bzw. »nicht von dieser Welt« (Johannes 17,16; 18,36). Das ist vielen Menschen in unserer westlichen Gesellschaft nicht (mehr) bewusst. Besonders in Deutschland wird Kirche als traditionelle Machtinstanz betrachtet, die mal eng mit Politik und Gesellschaft verbunden war, doch mittlerweile eher einem überholten Relikt des Mittelalters gleicht. Es werden tatsächlich immer mehr Stimmen laut, die den Glauben als Privatangelegenheit von Einzelnen definieren und fordern, dass Kirche keine aktive Rolle mehr auf das kollektive Zusammenleben ausübt, schon gar nicht, wenn ihre Positionen dem öffentlichen Konsens zuwiderlaufen.


Doch das biblische Christentum stellte schon immer eine Parallelgesellschaft zur Welt dar, und das sowohl im Bereich der Lehre als auch in der Ethik. Beispielsweise war die christliche Überzeugung, Sexualität gehöre in den Rahmen einer monogamen, heterosexuellen, verbindlichen Ehe, im 1. Jahrhundert n. Chr. für den Großteil der Menschen ebenso befremdlich, wie es für die meisten Personen noch 2000 Jahre später der Fall ist.


Bis heute werden Christen aufgrund ihrer Weltanschauung nicht nur für seltsam erachtet, sondern auch in zahlreichen Ländern massiv angefeindet. Laut dem Weltverfolgungsindex des christlichen Hilfswerkes »Open Doors« liegt die Anzahl von Christen, die für ihren Glauben intensiv verfolgt und diskriminiert werden, im Jahr 2023 bei über 360 Millionen Individuen³. Damit befinden wir uns faktisch in der größten Christenverfolgung aller Zeiten. So schrecklich diese Umstände vor allem für die Betroffenen sind und so sehr wir für sie im Gebet sein müssen - so wenig sollten wir überrascht sein, dass dies geschieht. Jesus selbst kündigte bereits vor 2000 Jahren an, dass seine Nachfolger von allen Seiten bedrängt (Johannes 16,33; vgl. 1. Thessalonicher 3,3) und von der Welt gehasst werden würden (Johannes 15,18-21).


Kontroverses im christlichen Glauben


Wie kommt es, dass Christen - die ja für ihre Liebe zu allen Menschen bekannt sein sollen (Matthäus 22,39; 1. Johannes 4,7-8) - auf solchen Widerstand stoßen?


Nun, in einer unfassbar pluralistischen Gesellschaft eckt das Christentum vor allem durch seinen Wahrheitsanspruch an. Denn das Motto unserer postmodernen Zeit lautet: Es gibt keine objektive bzw. absolute Wahrheit (Ist das dann die absolute Wahrheit? Diese postmoderne Ansicht ist offensichtlich widersprüchlich.) Jesus hingegen machte die folgende Aussage:


Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater als nur durch mich.


Diese Worte klingen ziemlich anmaßend, einfach weil sie so absolut ist. Jesus ist die Wahrheit in persona. Damit meint er jedoch keine logisch-abstrakte Wahrheit, welche dem hebräischen Denken fremd ist. In der Bibel wird unter Wahrheit vielmehr das verstanden, "worauf man sich verlassen kann [bzw.] die Übereinstimmung mit dem Willen Gottes". Jesus will also sagen, dass die Übereinstimmung mit und der Zugang zu Gott nur durch ihn möglich. Darauf können und sollen wir uns verlassen!


Hier wird offensichtlich kein Spielraum für alternative Wege oder Wahrheiten gelassen, um in ein reales Verhältnis mit Gott einzutreten. Jesus proklamiert einfach: Ich bin der Weg zu Gott. Niemand sonst. Nicht dein vorbildliches Verhalten, deine Kirchenbesuche, nicht Mohammed oder Buddha. Allein Jesus von Nazareth. In keinem anderen Namen ist unsere Erlösung zu finden (Apostelgeschichte 4,12). Hört sich kontrovers an? Auf jeden Fall. Doch für Christen ist ein Kompromiss an dieser Stelle unmöglich, ohne die christliche Botschaft über Bord zu werfen. Jesus redet ja nicht aus Hochmut und diskriminierendem Gedankengut heraus. Vielmehr warnt er uns aufgrund seiner Retter-Liebe, den Zugang zum Vater irgendwo anders zu suchen als bei ihm. Denn Jesus allein ist in der Lage, uns zu retten und lädt - positiv gesagt - jede Person ein, durch ihn zu Gott zu finden (Römer 10,13).


Die Welt stößt sich gerade deshalb am Christentum, weil es besagt, dass Gott aus Liebe zu uns in Jesus Christus Mensch wurde, für unsere Sünden einen grausamen Tod am Kreuz starb und am dritten Tag von den Toten auferstand. Sie sträubt sich mit aller Kraft dagegen, dass diese gute Nachricht - das Evangelium - die einzige Möglichkeit ist, wie schuldbeladene Menschen mit Gott versöhnt werden können. In den Worten von Paulus: diese Botschaft, welche laut Christen die unfassbare Liebe und kraftvolle Rettung Gottes demonstriert, ist für die Welt pure Dummheit (1. Korinther 1,18). Ein gekreuzigter göttlicher Erlöser steht allem menschlichen Denken, Erwarten und Verstehen entgegen.


Um das ganze nochmals etwas zu entfalten: Unsere Gesellschaft ist der festen Überzeugung, dass der Mensch im Grunde gut ist bzw. gut geboren wird. Was ihn verdirbt, kommt nicht aus seinem Inneren, sondern durch äußere Umstände und Erfahrungen. Gottes Wort betont jedoch mit aller Klarheit, dass der Mensch in Wahrheit nicht gut ist. Schon gar nicht, wenn der vollkommen gute Gott als Maßstab gilt. An mehreren Stellen in der Bibel wird das von den Propheten, Aposteln und Jesus selbst ausgesagt: das Herz des (menschlichen) Problems ist das Problem des (menschlichen) Herzens. Mit anderen Worten: der Mensch ist nicht gut, weil sein eigenes Herz nicht gut ist (Jeremia 17,9; Markus 7,20-23). Und das wiederum folgt aus der Tatsache, dass sich die Menschheit von ihrem Schöpfer abgewendet hat und ihm nicht den Platz im persönlichen Leben einräumt, der ihm gebührt (Römer 1,21; Römer 3,10-18).


Nun erkennen die meisten Kulturen an, dass es so etwas wie das Böse in der Welt sowie eine höhere, transzendente Macht gibt. Deswegen ist es nicht verwunderlich, dass der Mensch ein zutiefst religiöses Wesen ist. Doch nicht unsere Religiosität oder die eigene Anstrengung, ein gutes Leben zu führen, machen uns wohlgefällig vor Gott, wenn er die gesamte Menschheit eines Tages richten wird (Johannes 5,28-29; 2. Korinther 5,10; Hebräer 9,27). Sein Wort bezeugt uns vielmehr, dass Erlösung nicht verdient, sondern allein aus Gnade empfangen werden kann (Epheser 2,8-9).


Diese unverdiente Zuneigung und Annahme Gottes ist allein in Jesus Christus zu finden und muss im Glauben angenommen werden (Römer 3,22-25). Nur so werde ich die Ewigkeit bei Gott verbringen dürfen, anstatt verloren zu gehen (Johannes 3,36; 1. Johannes 2,17). So abwegig das Konzept von Himmel und Hölle für unsere moderne Gesellschaft klingt - das ist es, was die Schrift uns bezeugt (Matthäus 10,28; 25,46; Offenbarung 21,1-8).


Schließlich sind heutzutage besonders die ethischen Positionen des Christentums hochumstritten. So gilt inzwischen etwa das Festhalten an der göttlichen Ordnung von Sexualität (siehe meine Beiträge "Wer bin ich? - Wie Gott den Menschen schuf" und "Jesus und LGBTQ+: Homosexualität in der Bibel") oder an dem unschätzbaren Wert des menschlichen Lebens, der bereits Ungeborenen zugeschrieben wird (Jeremia 1,5; Psalm 139,13-16; Lukas 1,41), als diskriminierend, engstirnig und überholt.


Gottes Sprachrohr inmitten von Anfeindung


Wie wir sehen, sind die Ansichten des christlichen Glaubens in der heutigen Zeit extrem kontrovers. Sollten wir also um der Liebe und Toleranz willen zu diesen Themen schweigen und uns als Kirche womöglich lediglich auf die Verbesserung der sozialen Lage konzentrieren? Oder uns von den gesellschaftlichen Entwicklungen abschotten und bequemlich auf die Wiederkunft des Herrn warten?


Ganz im Gegenteil: als Christen haben wir von Jesus den Auftrag empfangen, das Evangelium in der ganzen Welt zu verkünden (Markus 16,15; Apostelgeschichte 1,8) sowie unsere Mitmenschen zu taufen, zu lehren und zu seinen Jüngern zu machen (Matthäus 28,19-20). Paulus macht in Römer 10,14-15 deutlich, dass Menschen nur zum rettenden Glauben an Jesus Christus finden, wenn ihnen die Botschaft des Evangeliums mitgeteilt wird. Und wie ist das möglich, wenn christliche Gemeinden aufhören, Gottes Wort bekannt zu machen? Vielmehr gilt:


So sind wir nun Botschafter für Christus, und zwar so, dass Gott selbst durch uns ermahnt; so bitten wir nun stellvertretend für Christus: Lasst euch versöhnen mit Gott!


Christen sind Botschafter von Christus. Wenn wir Gottes Worte weitergeben, spricht und ermahnt Gott selbst durch uns. Deswegen ist es so wichtig, dass die Kirche ihren Auftrag - Gottes Sprachrohr zu sein - auch im 21. Jahrhundert weiterhin erfüllt. Wir leben in einer Gesellschaft, wo das Christentum zunehmend aus der Öffentlichkeit verdrängt wird und viele Personen nicht mehr wissen, was es mit Jesus Christus wirklich auf sich hat. Ich weiß nicht, wie es dir damit geht, aber mein Herz blutet darüber, dass so viele unserer Mitmenschen auf dem Weg in die ewige Trennung von Gott sind. Wenn ich aber weiß, was Jesus für mich getan hat - was es ihn gekostet hat und wie wunderbar seine Gnade ist - bleibt mir doch nichts anderes übrig, als diese großartige Nachricht bekannt zu machen!


Ich finde die Aussage der Apostel faszinierend, als sie sich für die Verbreitung der christlichen Botschaft vor dem jüdischen Hohen Rat verantworten mussten:


Petrus und Johannes erwiderten: Urteilt selbst, ob es vor Gott Recht ist, euch mehr zu gehorchen als ihm! Uns ist es auf jeden Fall unmöglich, nicht von dem zu reden, was wir gesehen und gehört haben.


Gott muss mehr gehorcht werden als den Menschen. Es geht nicht darum, dass ich meinen persönlichen Glauben besitze und ein nettes Dasein als Christ lebe. Im Gegenteil, auch wir sollten so ergriffen von Jesus sein, dass es uns unmöglich ist, darüber zu schweigen - selbst in Zeiten der Anfeindung, der Diskriminierung und der Verfolgung. Natürlich steht dabei außer Frage, dass Christen weise agieren sollen, also weder provozierend handeln noch die Gefahr aktiv suchen dürfen. Doch wenn es hart auf hart kommt, sollten wir viel eher bereit sein, zu Christus und seinen Worten zu stehen als ihn zu verleugnen (Matthäus 10,32-33). Wann immer wir nach unserem Glauben gefragt werden, sollten wir bereit sein, Rechenschaft darüber abzulegen (1. Petrus 3,15).


Ich bin mir durchaus bewusst, dass dies eine große Herausforderung darstellt; auch für mich persönlich. Es ist alles andere als einfach, der Außenseiter an der Uni, in der Arbeit oder in der eigenen Familie zu sein und mit den christlichen Ansichten anzuecken. Doch genau das machte Jesus von vornherein klar: seine Nachfolger werden es aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu Gott oft alles andere als einfach haben (Johannes 16,1-4). Die letzten 2000 Jahre bestätigen seine Worte. Bekennende Christen wurden ausgegrenzt, verleumdet, verfolgt und ermordet - und werden es bis heute. Hier müssen wir uns vor Augen führen, was Nachfolge wirklich bedeutet. Nämlich, Jesus die absolute Priorität in unserem Leben zu geben und ihm selbst dann treu zu sein, wenn es uns einiges kosten mag (vgl. Lukas 14,25-33).


Ich möchte dich ermutigen, dir die göttliche Perspektive auf das Leben anzueignen. Sie besagt nämlich: alles, was wir für Jesus tun und eventuell auch in Kauf nehmen müssen, wird sich eines Tages mehr als gelohnt haben (Matthäus 19,29; 1. Korinther 2,9; Offenbarung 2,10). Gleichzeitig dürfen wir nicht vergessen: die christliche Botschaft ist viel zu gut und der Missionsauftrag viel zu wichtig, als dass wir Christen schweigen bzw. passiv bleiben können.


Wahrheit und Liebe im Einklang


Diese Generation braucht Christen, die den Missionsauftrag von Jesus mutig leben. Doch zum Schluss ist es mir nochmal wichtig zu betonen, dass wir Mut nicht mit Lieblosigkeit verwechseln dürfen. Die Wahrheit muss immer auch in Liebe gesprochen werden (Epheser 4,15), denn sonst handeln wir unbarmherzig und werden dem Wesen von Jesus nicht gerecht. Ja, Jesus war sehr klar in seinen Worten, doch es stand außer Frage, dass sein Herz für die Menschen brannte (vgl. Matthäus 11,28-30). Er begegnete ihnen sanftmütig. Und derselbe Jesus, der beispielsweise die heuchlerischen Pharisäer (Matthäus 23,13-33) und ungläubigen Juden (Matthäus 11,20-24) mit scharfen Worten des Gerichts zurechtwies, vergoss Tränen und war innerlich erschüttert über die Verlorenheit der Menschen (Matthäus 9,36; Lukas 13,34).


Wahrheit und Liebe müssen also stets im Einklang sein. Paulus formuliert unseren Umgang mit unseren Mitmenschen deshalb folgendermaßen:


Verhaltet euch klug im Umgang mit denen, die nicht zur Gemeinde gehören. Wenn sich euch eine Gelegenheit bietet, euren Glauben zu bezeugen, dann macht davon Gebrauch. Eure Worte sollen immer freundlich und mit dem Salz der Weisheit gewürzt sein. Dann werdet ihr es auch verstehen, jedem, der mit euch redet, eine angemessene Antwort zu geben.


Lasst uns eine Generation von Christen sein, die mutig zu Jesus und seinem Wort steht, vor Kontroversen nicht zurückschreckt und die Liebe Gottes zu allen Menschen im Herzen trägt. Wie sonst kann unsere Gesellschaft den christlichen Glauben wieder ernst nehmen?


Möge Gott uns mit neuem Mut und neuer Leidenschaft für sein Königreich segnen!


 

¹ Capinera, John L. (2008): Encyclopedia of Entomology

² Das Selbstbestimmungsgesetz soll voraussichtlich im November 2024 in Kraft treten. Mit diesem Beschluss soll es trans- und intergeschlechtlichen Personen erleichtert werden, Geschlecht und Vorname jährlich und durch eine einfache Erklärung beim Standesamt zu ändern - ohne, wie bisher, durch ein psychologisches Gutachten. Für Kinder ist dies tatsächlich durch eine Erklärung der Eltern möglich. Und Jugendliche ab 14 Jahren können sogar eine eigenständige Änderungserklärung mit bloßer Zustimmung der Erziehungsberechtigten abgeben, wobei diese "aus Gründen des Kinderwohls" auch durch das Familiengericht gegeben werden kann. Siehe dazu https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/aktuelles/alle-meldungen/bundeskabinett-beschliesst-den-entwurf-zum-selbstbestimmungsgesetz--229610 (Stand 23.08.2023)

³ Open Doors - Weltverfolgungsindex 2023: https://www.opendoors.de/christenverfolgung/weltverfolgungsindex (Stand 23.08.2023)

⁴ Gerhard Maier (2007): Johannes-Evangelium. Edition C Bibelkommentar; Bd. 2, S. 107

⁵ Vgl. Johannes Hartl (202): Eden Culture, S. 270



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